Peter Weiss

DIE ERMITTLUNG

Eine Produktion des Schauspiel Stuttgart

Sa., 20. Juni 2026, Beginn 19:30 Uhr
So., 21. Juni 2026, Beginn 16 Uhr

Im Helmut Schmidt Auditorium, Bucerius Law School, Jungiusstraße 6, 20354 Hamburg

Diese Inszenierung thematisiert die Verbrechen im Konzentrationslager Auschwitz und enthält detaillierte Schilderungen von Gewalt, Folter und Mord. Empfohlen ab 14 Jahren.


Karten: €45, €35 ab Reihe 7, ACHTUNG: freie Platzwahl in den Preiskategorien (nur an der Theaterkasse: € 10 für Schüler, Studenten, Azubis — keine Gruppen) Vorverkauf: Kasse im Thalia Theater (Tel.: 040 / 32 81 44 44), bei allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online

Sa., 20. Juni 2026
Beginn 19:30 Uhr
Ticket
So., 21. Juni 2026
Beginn 16:00 Uhr
Ticket

 

Das Festival dankt dem Thalia Theater für die Kooperation beim Ticketing.


Mit: Gábor Biedermann, Boris Burgstaller, Therese Dörr, Rainer Galke, Katharina Hauter, Gabriele Hintermaier, Josephine Köhler, Sylvana Krappatsch, Matthias Leja, Simon Löcker, Sven Prietz, Klaus Rodewald, Celina Rongen, Christiane Rossbach, Anke Schubert, Michael Stiller, Felix Strobel


Inszenierung: Burkhard C. Kosminski, Kostüme: Ute Lindenberg, Musik: Hans Platzgumer, Licht: Sebastian Isbert, Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger


Gerade jetzt, in Zeiten, in denen die Tragfähigkeit der humanistischen Säulen unserer Gesellschaft auf dem Prüfstand steht, ist »Die Ermittlung« eins der wohl wichtigsten Stücke. Das Hamburger Theater Festival zeigt die Stuttgarter Inszenierung im Helmut Schmidt Auditorium der Bucerius Law School. 


Zwischen Dezember 1963 und August 1965 fand in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess statt, in dem die für das Funktionieren der Vernichtungsmaschinerie Verantwortlichen vor Gericht standen. Peter Weiss hat in seinem dokumentarischen Theaterstück diesen Prozess zu einem sprachlichen »Oratorium« verdichtet. Zeugen, Angeklagte, Richter und Verteidiger schildern das, was in Auschwitz geschah. Täter und Opfer werden miteinander konfrontiert, das Grauen der Tötungsfabrik wird deutlich. Berichtet wird ebenso von der totalen Entmenschlichung im Lager und dem Versuch zu überleben wie vom Verschweigen, Leugnen und Verdrängen der Täter. Knapp zwei Jahre dauerte der erste Auschwitz-Prozess, bei dem Deutsche über Deutsche zu Gericht saßen. 


Peter Weiss nahm damals als Zuschauer am Prozess teil, sein Theaterstück basiert auf den Protokollen des Prozesses. »Die Ermittlung« ist eines der erfolgreichsten deutschen Theaterstücke der Nachkriegszeit und eine wichtige Konfrontation mit unserer Vergangenheit, die bis in die Gegenwart wirkt.


»Es ist so still im Raum – zwei Stunden lang könnte man Stecknadeln fallen hören. «
NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

»Beim Applaus zeigt man sich […] einig. Beinah still und kurz ist er. Man hat großes Theater erlebt, durchaus. Aber eben auch ein Requiem, das einen noch lange danach schaudern lässt.«
DIE TAGESZEITUNG

»Das 17-köpfige Ensemble ist auf eine selbstverständliche Weise präsent.«
HEILBRONNER STIMME

»Nun ist das wirklich erstaunliche Kunststück der Regie von Burkhard C. Kosminski, wie er das Spiel austariert hat.« FRANKFURTER RUNDSCHAU

»Die Stuttgarter Inszenierung von Burkhard C. Kosminski im Landgericht hat bewiesen, dass ›Die Ermittlung‹ auch heute noch eigentlich unverzichtbar im Spielplan einer Stadt wäre, die sich ernsthaft mit der Nazi- Vergangenheit auseinandersetzt.«
NÜRNBERGER NACHRICHTEN

»Das Stuttgarter Ensemble nimmt sich zurück und spielt in kluger Nüchternheit. Keiner will hier ›gefallen‹ oder durch Gestik, Betonung und Modulationsfähigkeitder Stimme auf sein künstlerisches Potential aufmerksam machen.«
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG


 

Peter Weiss schrieb nicht nur Prosa und Dramen, sondern war auch Maler, Grafiker und Filmemacher. Als homo politicus bezog er in seiner künstlerischen Arbeit stets Stellung zur Gesellschaft, hinterfragte, kommentierte in Texten zwischen Fiktion und Dokumentation. Neben dem hier gezeigten Stück ist er vor allem für sein viel gespieltes Werk »Marat/Sade« berühmt. Weiss wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem »Lessing-Preis«, dem »Heinrich-Böll-Preis«, dem »New York Drama Critics’ Circle Award« und dem »Georg-Büchner-Preis«.

Der Regisseur Burkhard C. Kosminski war u. a. leitender Regisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus und Schauspielintendant am Nationaltheater Mannheim. Gemeinsam mit Matthias Lilienthal war er Festivalintendant vom »Theater der Welt« (2014). Seit 2018 ist er Intendant am Schauspiel Stuttgart. Der ausgebildete Schauspieler Kosminski war auch im Fernsehen zu sehen, bevor er sich ganz aufs Theater konzentrierte.